Indikationen

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Information für Eltern

Der Begriff „Indikation“ bedeutet „Heilanzeige“. Eine Indikation ist also der Grund, zu dessen positiver Veränderung ein bestimmtes therapeutisches Verfahren angezeigt ist. Nachfolgend werden die Symptome von Verhaltensauffälligkeiten und/oder mangelnder Sprachentwicklung von Kindern angezeigt, zu deren positiver Veränderung nach bisher vorliegenden Forschungsergebnissen Theraplay empfohlen werden kann. Hinsichtlich der Beachtung von Nebenwirkungen wird auf Kontraindikationen hingewiesen.
Information über Forschung zur Wirkung von Theraplay
In den Jahren 1998-2005 haben wir mehrere Forschungsprojekte mit Kindern im Vorschulalter durchgeführt, um zu untersuchen, bei welchen Verhaltensauffälligkeiten und/oder Sprachentwicklungsstörungen Theraplay bisher häufig angewendet wurde und wie sich dadurch die Symptome der jeweiligen Störung klinisch bedeutsam und statistisch signifikant positiv verändert haben.
Die hier berichteten Ergebnisse zur Wirkung von Theraplay wurden in neun therapeutischen Institutionen bei einer Zufallsstichprobe von insgesamt 319 klinisch auffälligen Vorschulkindern erhoben, deren Behandlung mit Theraplay in den Jahren 2000-2004 abgeschlossen wurde. Der Ausprägungsgrad der Symptome dieser Kinder wird mit denen von 30 klinisch unauffälligen Kontrollkindern gleicher Alters- und Geschlechtsstruktur (matched sample) verglichen.

Die Symptome der untersuchten Vorschulkinder und deren Ausprägungsgrad wurden vor und nach der Behandlung mit der deutschen Version der Clinical Assessment Scale for Child and Adolescent Psychopathology (CASCAP-D, Döpfner et al., 1999) diagnostiziert. Die Ausprägungsgrade der diagnostizierten Symptome werden gekennzeichnet mit:

1 = klinisch unauffällig,
2 = leicht ausgeprägtes Symptom,
3 = deutlich ausgeprägtes Symptom,
4 = stark ausgeprägtes Symptom.

Literatur:
M. Döpfner, W. Berner, H. Flechtner, G. Lehmkuhl und H.-C. Steinhausen (1999). Psychopathologisches Befund-System für Kinder und Jugendliche
(CASCAP-D). Göttingen: Hogrefe – Verlag für Psychologie.

Indikationen

Die Wirkung von Theraplay bei störendem Sozialverhalten

Die Wirkung von Theraplay bei hyperaktivem Sozialverhalten

Die Wirkung von Theraplay bei internalisierendem Sozialverhalten

Die Wirkung von Theraplay bei ängstlichem Sozialverhalten

Die Wirkung von Theraplay bei gestörtem Kommunikationsverhalten

Die Wirkung von Theraplay bei tiefgreifenden Entwicklungsstörungen

 

Kontraindikationen

Der Begriff „Kontraindikation“ bedeutet „Gegenanzeige“. Das ist also der Grund, warum angezeigt ist, ein bestimmtes therapeutisches Verfahrens nicht anzuwenden, bzw. unter Abwägung der sich für den Patienten ergebenden Risiken die Anwendung eines therapeutischen Verfahrens auszuschließen.

Gründe, Theraplay nicht anzuwenden

  • Verzicht auf die Anwendung von Theraplay ist bei allen Symptomen oder umschriebenen Störungen angezeigt, die effektiver und effizienter durch gezielte pharmakologische, psychoanalytische, psychotherapeutische oder kognitive (Verhaltens-)Therapie zu behandeln sind.
  • Verzicht auf die Anwendung von Theraplay ist insbesondere angezeigt, wenn zwischen Kind und Elternteil eine symbiotische Beziehung besteht, durch die der therapeutische Effekt bzw. die Wirkungsmöglichkeit des Therapeuten untergraben werden kann.
  • Verzicht auf die Anwendung von Theraplay ist auch angezeigt, wenn das Kind und seine Eltern aus einem wesentlich anderen als dem europäischen Kulturkreis kommen, so dass zu erwarten ist, dass die familiären Erziehungs- und Denkweisen kulturbedingt den therapeutischen Prinzipien von Theraplay widersprechen können.
  • Verzicht auf die Anwendung von Theraplay ist angezeigt, wenn die Eltern der Therapeut/in oder der Behandlung ihres Kindes mit Theraplay oder beidem mit Skepsis begegnen und vermutlich den therapeutischen Maßnahmen zuwider handeln würden, so dass sich das zu behandelnde Kind auf die Beziehungsangebote der Therapeut/in nicht einlassen kann.