Ausbildung und Fortbildung

Theraplay hat zum einen das Kind mit seinen Auffälligkeiten im Fokus, aber auch die Beziehung des Kindes zu anderen Personen, vor allem den Bezugspersonen. Das macht die Interventionen komplex und manchmal auch sehr schwierig.
Dieser Komplexität versuchen wir bei der Ausbildung Rechnung zu tragen und gestalten sie sehr praxisnah und individuell.

Die Kurse

Jeder Mensch hat eine bestimmte Art, wie er oder sie am besten lernt, also müssen wir AusbilderInnen ein weites Spektrum an Lernmöglichkeiten anbieten. Wir erwarten allerdings ein gewisses Ausmaß an Lernen durch Lesen von bewährter Fachliteratur, die jede Auszubildende aber dann machen kann, wenn sie Zeit und Kapazität hat. Die anderen Arten in den Kursen zu lernen sind deutlich mehr interaktiv, personenbezogen. Hier wird nur in einem eher geringen Ausmaß referiert, weil die meisten in der Praxis stehenden Menschen nicht gut lange zuhören können und eher theoretische Inhalte schwer zu merken sind. (Sie können und sollen sie lesen). Nach unseren Erfahrungen - und wir fragen immer wieder danach - lernen die meisten Kursteilnehmerinnen am besten durch Selbsterfahrung. So gehört das Spielen und Ausprobieren zu den wichtigen Elementen in den Kursen. Ein weiterer Schwerpunkt besteht darin, Bilder anzubieten, d.h. über Videodarstellungen Bilder von Situationen, Kindern, Interaktionen im Kopf zu erzeugen, die auch eine gute Chance haben, haften zu bleiben. Als weiteres Merkmal unserer Kurse ist, dass trotz der themenfokussierten Kurse die Fragen und Probleme der Kursteilnehmerinnen Vorrang haben. 

Die Selbsterfahrung

Da bei einer so emotional und sozial getönten Vorgehensweise die Gefahr der Gegenübertragung groß ist, möchten wir, dass die AusbildungsteilnehmerInnen in einer Selbsterfahrung Wissen über sich, ihr Denken und ihre Einstellung haben und Gegenübertragungen demnach geringer werden. 

Die Supervisionen

Zu einer praxisorientierten Ausbildung gehört auch das begleitete, supervidierte Lernen. Vorgesehen sind in der Ausbildung von Theraplay die Supervision von drei Patienten (bei Gruppen-Theraplay sind es zwei supervidierte Gruppen), in der Regel mit unterschiedlichen SupervisorInnen. 

Lernen, so unsere Erfahrungen, geschieht auch in der Teilnahme, im Mitmachen. So bieten viele von uns Theraplay-TherapeutInnen für Lernende Praktika und Hospitationen an. Den Alltag, das weite Spektrum der Therapie verschiedenster Kinder mitzuerleben ist spannend, anregend und informativ - das sagen unsere Praktikanten.  

Die Prüfung

Natürlich braucht jede Ausbildung eine Struktur und, wie in der Therapie selbst, braucht auch die Ausbildung ein definiertes Ende. Die angehende Theraplay-Therapeutin zeigt, dass sie ein ihr fremdes Kind behandeln kann, dass sie sich ihre Vorgehensweise sinnvoll plant und ebenso sinnvoll ihren Plan ändert, wenn das sinnvoll ist, und dass sie auch theoretisch Prinzipien und Aspekte von Theraplay vermitteln kann. Nach der Prüfung bekommt sie ihre Lizenz überreicht.      

Die Ausbildung zur Theraplay-Therapeutin besteht also aus Kursen, der Selbsterfahrung, den Supervisionen und der abschließenden Prüfung.


Theraplay-Kurse als Fortbildung

Der Besuch von Kursen kann, ebenso wie einzelne Supervisionen auch als Fortbildung genutzt werden. Mit dem Besuch von Kursen wird keine Verpflichtung zur Ausbildung eingegangen.